TINA TEUBNER


Tina Teubner wurde 1966 geboren. Sie verlebte zunächst einige Zeit als Kind, um schließlich Jugendliche zu werden.

"Ich hab' mich nie gern bewegt. Schon als Baby hab' ich mich gar nicht bewegt. Auch als Kleinkind: Ich bin nie gekrabbelt. Auch nicht gerobbt. Auch nicht vom Rücken auf den Bauch gedreht. Das erste Mal, daß ich mich fortbewegt habe, war am 11. August 1972. Da fing die Schule an."

"Ich hatte im Prinzip eine sehr glückliche Kindheit. Ich bin ohne Vater aufgewachsen. Den hat meine Mutter 1972 auf der Fahrt in den Urlaub an einer Raststätte ausgesetzt."

"Ich werde tolle Sachen machen.
Ich werde die Welt verändern.
Alle werden zu mir aufschauen.
Aber vorher muß ich ausschlafen."

Dankbar und entnervt brach sie sodann ein Studium der Musiktherapie in Wien ab, um Violine in Düsseldorf und Münster zu studieren.

"Der Schauplatz: Ein 1-Zimmer-Appartement; circa zehn Quadratmeter, ich hab’s nie ganz abgelaufen, dafür ohne Küche, ohne Dusche, ohne Heizung, ohne alles. Nur die Vermieterin, die wohnte mit im Haus - und die war nicht nett!"

"Oft war ich schon monatelang verliebt, ohne zu wissen, in wen.“

"Mein Gott, war das eine schöne … beschissene Zeit … Jedenfalls war ich mir nie wieder so sicher, daß das Glück die Traurigen liebt und habe nie bedingungsloser geliebt."

"Es gibt Tage da kann man nur zu Nordsee zu gehn
und ein Fischbrötchen essen um das Meer in sich zu sehn
und zu wissen was du schon lange weißt
was dir Traurigkeit und was dir Glück verheißt.

Schon in kurzen lächerlichen siebzig Jahren
sind andere siebzig haben das Gleiche erfahren
dir ist nach Heulen du beschließt zu lachen
und dir einen Reim darauf zu machen."

Nach dem Violinexamen begann sie zu ihrer großen Zufriedenheit, Chansons zu singen und wurde 1993 in Berlin mit dem ersten Preis im „Bundeswettbewerb Gesang für Musical/Chanson“ ausgezeichnet. Seitdem hat sie elf eigene Programme geschrieben, mit denen sie überall gastiert, wo man ihre und die deutsche Sprache versteht.

"Today in Aachen, tomorrow schon in Würselen. Yesterday in Unterkulm, übertomorrow in Oberursel. I am one of the really last big Cosmopolitessen."

"Das war immer sehr aufregend, diese Tourneen: Im Ausland und im richtigen Hotel. Mit Seife und Duschhäubchen. Wo goldgerahmte Gekreuzigte auf pastellfarbene Wände treffen und die Nachttischlampen noch echten Magengeschwüren nachempfunden sind."

"Ins richtige Glück watschelt man nicht, da muß man schon mal galoppieren."

Auch ein Stipendium der GEMA für Textdichter konnte sie glücklicherweise nicht davon abhalten, ihre Texte zunehmend selber zu schreiben. Ihre erste Trilogie entstand:

Nachtwut (1998)
Ich. Um nur einige zu nennen. (2000)
Glücksgalopp – Rettet die Maßlosigkeit! (2003)

Eine Trilogie der Feste: Sylvester …

"Ich mache das ja schon seit Jahren so: Ich feiere Sylvester immer dann, wenn’s mir gerade gut geht und wenn’s paßt. Hab ich das schon mal hinter mir, brauch davor keine Angst mehr zu haben. Inzwischen bin ich schon beim Jahr 2071, aber wir können hier gerne auch schon mal 3000 machen, dann haben sie das auch schon hinter sich."

… Geburtstag …

"Manchmal wach’ ich auf und spiele Spanierin. Schon im Nachthemd guck’ ich feurig rum."

… und das in allen Kulturen der Welt begangene "Jetztfest".

"Denn guckt euch doch mal an, wie ihr lebt:
Jeden Tag dasselbe.
Schlafen, waschen, essen, arbeiten, fernsehgucken.
Schlafen, waschen, essen, arbeiten, fernsehgucken.
Schlafen, waschen, essen, arbeiten, fernsehgucken.
Da kann man doch mal was verändern!
Da kann man doch mal das Waschen weglassen!"

Einschlägige Kabarettpreise erfüllten Tina Teubner mit Glück und ihre Regale mit Urkunden und Gegenständen.

1998 Zarah Chansonwettbewerb
1998 Westspitzen-Wettbewerb
1999 Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis
2002 Deutscher Kabarettpreis
2010 Deutscher Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson

"Boah bin ich froh, daß ich Chansonette bin. Nie mehr so tun müssen, als fände man die Filme im Original mit Untertiteln besser. Kein Mensch erwartet von einer Chansonette, daß sie irgend etwas anderes versteht als Deutsch. Und schon gar nicht Englisch. Englisch ist cool. Chansonetten sind nicht cool. Die sind betroffen."

"Wenn ich Genforscherin wäre, ich würde die nicht transpirierende Laienchorsängerin erfinden, die man vorher stimmen kann. Und ich würde solange an ihren Genen rumfummeln, bis sie keine Polyacryl-Rüschenblusen mehr trägt. Wenn ich Genforscherin wäre, ich würde die Frau erfinden, die nicht pausenlos auf Reisen pissen muß!"

"Man muß nicht ins All fliegen, um den Mond zu sehen. Aber man muß ins All fliegen, um die Erde zu sehen - ganz. Ich will ja auch immer die Erde ganz haben. Sowieso will ich immer alles auf einmal. Gleichzeitig. Und zwar viel davon."

Die Gegenstände in ihren Regalen trösteten sie darüber hinweg, daß sie weder die Lüdenscheider Lüsterklemme noch das Memminger Maul für sich entscheiden konnte.

"Wenn ich mal ganz berühmt bin, dann singe ich nur noch todtraurige Lieder. Die traurigsten Liebeslieder, die sie je gehört haben. Nur noch trauriger."

"Liebe Cousine, werde ich in einigen Jahren sagen, deine Haut ist zwar bemerkenswert glatt, aber die wenigen Falten, die du hast, gehen leider in die falsche Richtung!"

Ihre zweite Trilogie befaßt sich vornehmlich mit dem Genre des autoritären Liebesliedes. Zwei Teile gibt es schon. Tina Teubner gibt vor, gerade am dritten zu arbeiten.

Aufstand im Doppelbett (2005)
Aus dem Tagebuch meines Mannes (2009)

"Sag doch einfach mal was du findest
find doch einfach mal was ich denk
Trau dich endlich einmal meiner Meinung zu sein
sei doch nicht so eitel sei modern und bedenk
wenn du tust was ich dir sage finde ich dich wirklich nett
zum Dank darfst du so bleiben wie ich dich gerne hätt"

"Du bist wie deine Mutter. Du hast recht. Du hast immer recht. Du wirst auch immer recht haben. Aber es ist irrsinnig unerotisch.“

"Sei doch einfach mal so nett wie beispielsweise Cary Grant oder irgendein andrer, der die Frauen kennt."

Im Mai 2006 gab Tina Teubner ihr Regiedebut am Düsseldorfer Kom(m)ödchen.

"Denken Sie bitte daran, Ihre Mobiltelefone einzuschalten, wir würden die Vorstellung nicht ertragen, daß Ihnen in den kommenen zwei Stunden ein wichtiger Anruf entgeht."

"Drittens fordern wir Sie auf, umgehend zu rauchen. Rauchen Sie bitte ausschließlich starke, erlesene Tabake, kommen Sie uns nicht mit diesen Light- oder gar Mentholprodukten. Die können Sie Ihrer Cousine ins Gesicht blasen. Oder Ursula von der Leyen."

"Mitgebrachte Butterbrote dürfen nur während der Klavierzwischenspiele verzehrt werden!"

"Danke."