Unser Beruf ist seltsam. Seit mehr als 35 Jahren rasen wir durch den deutschsprachigen Raum, nächtigen in den prächtigsten Hotels und den abgerantztesten Pensionen; wir bespielen herrschaftliche Stadttheater und heruntergekommene soziokulturelle Zentren; wir haben vermutlich ein ganzes Lebensjahr in Staus verbracht, Unmengen von trockenen Garderobenbrötchen gegessen, mit Bandkäse und der einen hellen Stelle, wo mal die Gurke lag, wir baden in wohlwollender oder vernichtender Kritik, oft in Applaus, wir verzweifeln über neuen Texten und wundern uns über Pointen, die immer funktionieren, obwohl sie gar nicht so gedacht waren. Wir treffen immer wieder neue Menschen, auf und hinter der Bühne, die meisten glühende Enthusiasten – das muss man wohl sein, wenn man sich freiwillig in diese seltsame Nische begeben hat. Oft ist dieser Beruf stressig, noch öfter ziemlich beglückend, und je älter ich werde, desto öfter denke ich: wann geht endlich mal dein Berufsleben los? Das kann doch keine Arbeit sein. Ich stelle mir vor, wie die Erwachsenen kommen und mich huschhusch von der Bühne schmeißen. Und wenn man dann einen Anruf bekommt und erfährt, dass man einfach so, sozusagen gratis, einen Preis bekommt – dann ist da ein bisschen Unglauben aber auch blanke, unbändige Freude. Und jetzt will ich, dass Ihr Euch mit mir freut!
Am 9. November ist die Preisverleihung im Lustspielhaus in München.